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Die Geschichte des Tang Soo Do (Koreanisches Karate)

  Woher kommt Tang Soo Do ?

Der genaue Ursprung des Tang-Soo-Do oder irgendeiner anderen Kampfkunst ist unbekannt, obgleich es eine Anzahl historischer Theorien gibt. Die glaubwürdigste und traditionelle Ansicht ist, dass die Kampfkünste nicht in einem einzigen Land entstanden sind, sondern in nahezu allen Teilen der Welt, als sie von urzeitlichen Menschen benötigt wurden.

         Entwicklung im Altertum

Die traditionelle Kunst des koreanischen Tang-Soo-Do kann bis auf ungefähr 2000 Jahre zurückgeführt werden. Zu dieser Zeit war Korea in drei Königreiche geteilt.

"Koguryo" wurde 37 v. Chr. im nördlichen Korea gegründet, die "Silla" Dynastie 57 v. Chr. in der südöstlichen und "Paekche" 18 v. Chr. in der südwestlichen Halbinsel. Nach einer langen Reihe von Kriegen vereinigten die Silla-Dynastie 668 n. Chr. die drei Königreiche. Während dieses Zeitraumes wurden die urzeitlichen Kampfkünste in der Kriegsführung angewandt. Dies ist durch Wandmalereien, Ruinen und Überbleibsel belegt, die Tang-Soo-Do in jenen Tagen darstellten.

Unter den drei Königreichen war die Silla-Dynastie am berühmtesten für ihre Entwicklung der Kampfkünste. Ein Corps von jungen Edelleuten, welche "Hwa Rang Dan" genannt wurden, war die Hauptgruppe, welche diese Künste entwickelte. Diese Krieger trugen entscheidend zur Vereinigung der Halbinsel in der neuen Silla-Dynastie (668 n. Chr. bis 935 n. Chr.) bei und stellten viele der ersten politischen Führer dieser Dynastie. Die meisten koreanischen Kampfkünste führen ihre geistige und technische Herkunft auf diese Gruppe zurück. Namen wie "Hwa Rang Do" oder
"Hwa Soo Do", spiegeln dies wider. Auch unsere fünf Gebote des Tang-Soo-Do, geschaffen von Won Kwang, einem Mönch, sind Teil dieses geistigen Erbes.

      Entwicklung im Mittelalter

Das vereinigte Silla Königreich wurde 918 n. Chr. durch einen Kriegsfürsten Wong Kun gestürzt. Ein neues Königreich, genannt "Koryo", währte für 475 Jahre. 1392 n. Chr. folgte ein weiteres Königreich, die Yi-Dynastie, und dauerte um die 500 Jahre. So verstrich ungefähr eine Periode von tausend Jahren unter diesen beiden Dynastien. Während dieser Zeit wurde Tang-Soo-Do in der Militärgesellschaft aber am wichtigsten auch in der Öffentlichkeit sehr beliebt. Damalige Bezeichnungen dafür waren Kwon Bop, Tae Kyun, Soo Bahk, Tang Soo, u.s.w. ...

1790 n. Chr. wurde das erste vollständige Buch über die Kampfkünste, genannt "Mooyae Dobo Tongji", geschrieben. Es enthält Erläuterungen, welche die Theorie begründen, nach der
"Soo Bahk Ki", der formale Name für Tang-Soo-Do, sich rasch zu einer hoch entwickelten Kunst der Zweikampftechniken entwickelt hatte.

      Geschichte der Neuzeit

Von 1909 bis 1945 wurde Korea durch das japanische Militärregime besetzt. Während dieser Periode war die Ausübung und das Lehren von Kampfkünsten untersagt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde diese Beschränkung aufgehoben. Daraufhin wurden mehrere Kampfkunstschulen errichtet. Folgende Meister begannen ihre eigenen Organisationen zu formieren:

  • Moo Duk Kwan von Hwang Kee
  • Chi Do Kwan von Kwai Byung, Yun
  • Chung Do Kwan von Duk Sung, Son
  • Song Moo Kwan von Byung Jik, No
  • Chang Moo Kwan von Nom Suk, Lee
  • Yun Moo Kwan von Sang Sup, Chun

Entsprechend gründete Meister Hwang Kee am 9. November 1945 den koreanischen "Soo Bahk Do"-Verband. Neben dem Soo-Bahk-Do gab es in Korea eine Vielzahl von anderen Kampfkünsten, genannt Kong Soo oder Tae Soo. 1965 wurden alle diese verschiedenen Systeme in einer Organisation zusammengefasst, genannt der koreanische "Tae-Kwon-Do-Verband" oder allgemein "Tae-Kwon-Do".

Mit Tae Kwon Do als koreanische Nationalsport begann eine neue Ära. Trainer wurden in alle Welt entsandt, und internationale Wettkämpfe fanden statt. In jenen Tagen waren Tang Soo Do und Tae Kwon Do prinzipell verschieden. Während Tang-Soo-Do sich bemühte, eine traditionsbewußte Kampfkunst zu bleiben, wurde Tae Kwon Do eine reine Sportdisziplin mit Weltmeisterschaften.




Die koreanische Kampfkunst besteht im wesentlichen aus:

  • zu 40 % trad. Tae Kyun, Kwon Bop, Soo Bahk Do Techniken
  • zu 40 % trad. Okinawa Karate Formen, beeinflußt durch chinesisches Karate und sanfte Schulen
  • zu 20% chinesischen Wu Shu Waffen, wie Langstock, Langdolch, Schwert und Spazierstock











Der Begriff

  • Tang
    leitet sich von der Tang Dynastie in China ab. Dies spiegelt den gemeinsamen kulturellen Hintergrund zwischen China und Korea (617-907 n. Chr.) wieder.
  • Soo
    (gesprochen Su) bedeutet Hand, aber es beinhaltet auch Faust, Schlag, Stoß oder Verteidigung.
  • Do
    steht für die Lebensform oder Kunst bzw. der Weg